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„Rettet die Umwelt vor der Profitwirtschaft“

Zahlreiche Initiativen zum internationalen Aktionstag am 3. Dezember 2011 (from Germany)
In mindestens 45 großen und kleineren Städten in ganz Deutschland fanden am gemeinsamen Kampftag von ICOR und ILPS Kundgebungen, Demonstrationen, Aktions- und Informationsstände statt. Mit Musik, Straßentheaterszenen, Trommeln auf „Atom“tonnen, Beiträgen an offenen Mikrofonen nahmen trotz des stürmischen und sehr kalten Regenwetters hunderte teil.

Es gibt in Deutschland viele Umweltinitiativen: gegen den Bau neuer Kohlekraftwerke, für die Stilllegung aller Atomkraftwerke und gegen den Transport von Atommüll, gegen das so genannte „Fracking“, ein Verfahren zur Gasgewinnung aus Gestein, bei dem hochgiftige Stoffe eingesetzt werden usw. Aber diese Initiativen sind oft noch wenig miteinander verbunden, lokal oder regional begrenzt.

„Es ist eine Minute vor zwölf“ - mit diesem Sprichwort für die höchste Dringlichkeit zur Rettung der menschlichen Lebensgrundlagen auf diesem Planeten gab es an diesem Weltklimatag große Fortschritte beim Zusammenschluss der vielfältigen Einzelinitiativen.

Zwar hatten sich die Spitzen der großen Umweltverbände und bürgerlichen Parteien in diesem Jahr demonstrativ von der Unterstützung des Weltklimatags distanziert. Aber in etlichen Großstädten (München, Stuttgart, Frankfurt, Essen, Berlin und Hamburg) hatten intensive Bemühungen Erfolg, parteiübergreifende Aktionseinheiten zu schmieden. Es beteiligten sich neben Aktivisten der Umweltinitiaitven zahlreiche Migrantenorganisationen, die MLPD und ihr Jugendverband REBELL, einzelne Vertreter der Linkspartei und der Partei Bündnis 90/Die Grünen. Gruppen des Frauenverbands Courage und der internationalistischen Hilfsorganisation Solidarität International waren fast überall dabei.

Vielfach – so in Essen oder Dortmund – wurden als Ausgangspunkt für kämpferische Kundgebungen die Zentralen großer Energiemonopole gewählt, um die Hauptverantwortlichen der Umweltzerstörung ins Visier zu nehmen. In Hamburg, Berlin, Stuttgart, München oder Gelsenkirchen wiesen Arbeiterinnen und Arbeiter aus Großbetrieben die demagogische Gegenüberstellung „entweder Arbeitsplätze oder Umweltschutz“ zurück und belegten, dass die materiellen Voraussetzungen für eine umweltverträgliche Energieerzeugung und Produktion längst gegeben wären.

Während bei der Weltklimakonferenz im südafrikanischen Durban die Verantwortlichen aus Konzernen und Regierungen ihren Unwillen und vollkommene Unfähigkeit unter Beweis stellten, der rasant fortschreitenden Klimakatastrophe Einhalt zu gebieten, stemmen sich weltweit Menschen mutig und selbstlos gegen die Umweltverbrechen des internationalen Finanzkapitals, die mehr und mehr die Lebensgrundlagen des Menschen in der Natur infrage stellen.

Die Besonderheit in diesem Jahr: sie taten das in immer mehr Ländern im Bewusstsein, dazu gemeinsam am Aufbau einer internationalen Widerstandsfront beteiligt zu sein. Dort wo die MLPD oder ihr Jugendverband REBELL an den Aktivitäten beteiligt waren, wurde auch die gemeinsame Kampagne von ILPS und ICOR zur Stilllegung aller AKWs bekannt gemacht. Das stieß auf großes Interesse und Bereitschaft, mit anzupacken.

Anna Bartholomé

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