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Erklärung der MLPD zum Kampf der Stahlarbeiter von Aspropyrgos

von Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD), 1. August 2012
  1. Am 28.7. haben die streikenden Stahlarbeiter von Aspropyrgos auf einer Versammlung mit großer Mehrheit demokratisch beschlossen, ihren seit 272 Tage dauernden Streik zu beenden, um den Kampf in „anderer Form“ weiterzuführen. Damit geht einer der fortgeschrittensten Streiks des internationalen Industrieproletariats in Europa zunächst zu Ende.Wir gratulieren den Stahlarbeitern und ihren Familien zu ihrem Kampf, ihrem Mut, ihrer Ausdauer, Opferbereitschaft und Entschlossenheit herzlich und drücken unsere Hochachtung davor aus.
  2. Mir ihrem bedeutenden Kampf haben sie anderen Belegschaften in Griechenland und auch in Europa wichtige Impulse gegeben und Mut gemacht. Die 8000 spanischen Bergarbeiter haben ihren Kampf als Signal aufgegriffen, sie kämpfen seit Wochen mit Streiks, Zechen- und Straßenbesetzungen und Massendemonstrationen gegen die Umsetzung der Politik der EU und stehen an der Spitze eines neuen Aufschwungs des Massenwiderstands in Spanien. In Griechenland rückte der Streik der Stahlarbeiter ins Zentrum des Widerstands gegen die Abwälzung der Krisenlasten. Der Kampf war auch nur möglich, weil die Familien und Frauen daran beteiligt waren, sich auch organisiert und in die politische Auseinandersetzung eingemischt haben.
  3. Der Streik hatte eine internationale Bedeutung, weil er sich nicht „nur“ gegen den Kapitalisten Manesis und die griechische Regierung richtete, sondern unmittelbar gegen das alleinherrschende internationale Finanzkapital, verkörpert durch die „Troika“, bestehend aus ihren Organen EU, EZB und IWF.

  4. Um so einen mächtigen Gegner zu besiegen, ist eine überlegene Kraft notwendig. Das kann nur die internationale Arbeitereinheit sein. Dazu wurden wichtige Schritte gemacht und Erfahrungen gesammelt. Die MLPD hat dazu beigetragen, den Streik der griechischen Stahlarbeiter in Deutschland bekannt zu machen und gegen jede Form des Nationalismus und Sozialchauvinismus für einen gemeinsamen Kampf einzutreten. Es fand eine gegenseitige Information statt und vielfältige Formen der gegenseitigen Solidarität wurden organisiert. Die ICOR*-Europa hat den Kampf in Europa bekannt gemacht und ist aktiv in den verschiedenen Ländern für einen gemeinsamen Kampf eingetreten.

  5. Wir müssen für die Zukunft Konsequenzen ziehen, wie diese internationale Kampfeinheit der Stahlarbeiter, des internationalen Industrieproletariats und der Massen gegen die Abwälzung der Krisenlasten in Europa länderübergreifend organisiert werden muss. Denn das Diktat der „Troika“ gegen Griechenland und andere Länder kann erfolgreich nicht allein von einem Betrieb oder einem Land bekämpft werden.

  6. Dazu muss eine länderübergreifender Kampf geführt werden, wie 2006, als durch einen europaweit koordinierten Streik von 40.000 Hafenarbeiter die reaktionäre EU-Richtlinie „Port-Package II“ und durch einen länderübergreifenden gemeinsamen Kampf die reaktionäre „Bolkestein-Richtlinie“ zu Fall gebracht wurden. Dies gilt heute umso mehr, um solche EU-Diktate wie gegenüber dem griechischen und anderen Völkern Europas zu Fall zu bringen.
  7. Deshalb sehen wir als entscheidende Lehre, an dieser internationalen Kampffront der Arbeiterklasse noch intensiver zu arbeiten. Durch die Stärkung einer kämpferischen internationalistischen Gewerkschaftsarbeit, durch die Förderung internationaler Zusammenschlüsse, vor allem aber auch die Stärkung der ICOR, die den führenden Faktor für den Zusammenschluss des internationalen Industrieproletariats bilden kann und auch zugleich die gesellschaftliche Alternative zum krisenhaften Kapitalismus, den Kampfs für den echten Sozialismus verkörpert.

    Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!

    Proletarier aller Länder Länder und Unterdrückte, vereinigt Euch!

 

Reinhard Funk
Mitglied des ZK der MLPD

* Internationale Koordinierung revolutionärer Parteien und Organisationen

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