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Erklärung von Jordanis Georgiou zum Streik der Stahlarbeiter in Griechenland

13.5.2012

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

gestern habe ich mich an die Öffentlichkeit gewandt, weil der Kampf der Stahlarbeiter in Griechenland vor einer harten Auseinandersetzung steht. Heute haben die Kollegen berichtet, dass sich ein Höhepunkt der Auseinandersetzung abzeichnet, den sie mit großer Entschiedenheit, aber vor Ort austragen müssen. So schrieb mir und berichtete mir Panagiotis:

Lieber Jordani, liebe Unterstützer,

Der Montag ist der wichtigste Tag unseren langen Kampfes. Wir versuchen alle unsere kämpferische Kräfte für diese Auseinandersetzung zu sammeln und zu konzentrieren. Jeder wird gebraucht, wir können leider aktuell auf keinen verzichten (…) Wir wissen, dass ihr unermüdlich mit Eurer bisherigen Arbeit und unserer Veranstaltungsreise unseren Kampf verbreiten und die Internationale Solidarität stärken wollt. Ein großes Dankeschön von allen Stahlarbeitern von Aspropirgos für Eure Solidarität. Den einzigen Weg, den ich sehe, ist - wenn Kundgebungen und Veranstaltungen statt finden - dann verkündet diese Nachricht und wenn es Möglichkeiten gibt können wir durch LIVE-Schaltungen das unterstützen. Nochmals möchte ich mich als Vorsitzender unserer Leitung Euch um eine große Entschuldigung bitten für unser Fehlen.“

Katsaros Panagiotis

Den Kollegen, die zur Speerspitze der harten Auseinandersetzungen wurden soll nach hartem und ausdauerndem Kampf eine Niederlage beigebracht werden. 196 Tage ohne Lohn und in täglichem Kampf um's Überleben. Das hat die Arbeiter und ihre Familien viel Kraft gekostet. Die Fortführung des Kampfs in Aspropirgos steht vor einer neuen Entscheidung.

In dieser sehr komplizierten Situation haben sich Panagiotis und Sofia schweren Herzens entschieden, bei ihren Kolleginnen und Kollegen im Stahlwerk in Aspropirgos zu bleiben und ihre Rundreise in Deutschland zur Zeit nicht durchzuführen. Hinzu kommt, dass einige Streikführer akut erkrankt sind.

Diese Entscheidung erfolgt aus Verantwortung für diesen Kampf und verdient unsere Hochachtung und unseren Respekt. Auch wenn unsere Frauen Sofia gerne bei uns hätten, respektieren wir ihre Entscheidung jetzt nicht allein die Rundreise zu machen, sondern dort zu bleiben und den Kampf zu unterstützen.

In dieser Situation ist die Solidarität das Gebot der Stunde und noch wichtiger als zuvor! Ich möchte alle Initiatoren, Organisatoren, Bündnispartner, Freundinnen und Freunde bitten und aufrufen, die angekündigten Veranstaltungen, Programmpunkte und Spendensammlung für die Reise nicht abzusagen!

Ich stehe mit den Kolleginnen und Kollegen in Aspropirgos in unmittelbarem Kontakt und für alle geplanten Veranstaltungen und Gespräche zur Verfügung. Ich werde Euch mit meinem ganzen Herzen und Wissen berichten. Das ist auch in ihrem Sinne!

Gerade jetzt müssen die Kolleginnen und Kollegen spüren, dass die Verbundenheit mit ihrem Kampf nicht davon abhängig ist, dass sie persönlich in Deutschland erscheinen!

Wir wissen, dass ein Kampf nicht immer geradlinig und erfolgreich verläuft. Gerade in zugespitzten Situationen, in einer vom Wahlkampf und der Verbreitung parlamentarischer Hoffnungen und Illusionen geprägten Situation besteht auch die Gefahr der Unterschätzung und des Rückgangs vom Kämpfen. Stellen wir uns diesen Auseinandersetzungen. Internationale Solidarität und Zusammenhalt über Ländergrenzen hinweg ist stärker als alle Schwierigkeiten, die sich uns in den Weg stellen!

Wir sagen den Arbeitern in Aspropirgos:

Kämpft weiter! Ihr habt europaweite Solidarität! Das ist der Weg der Zukunft! Die internationale Arbeitereinheit ist der entscheidende Weg, eine überlegene Kraft zu werden! Wer einen von Euch angreift, greift uns alle an!

Wir respektieren jede Entscheidung von Euch bezüglich der Reise nach Deutschland: Wenn es die Situation diese Woche es Euch doch möglich macht, dann würden wir uns freuen wenn ihr zu den noch anstehenden Veranstaltungen kommt. Oder stärkt Euch besser eine Delegation, die zu Euch kommt? Möchte eine Frauendelegation von Euch noch kommen? Wie auch immer: wir werden den Weg der Solidarität weitergehen und ihr seid uns jederzeit willkommen .

Hoch die Internationale Solidarität!

Unsere Herzen sind bei Euch,

Jordanis Georgiou

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