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Information über eine begeisternde Woche im Zeichen der Stärkung der Vereinigung des internationalen Industrieproletariats

von MLPD - Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands, 25. Mai 2012

 

MLPD Zentralkomitee, Schmalhorststr. 1c, 45899 Gelsenkirchen

 

An

ICOR – Hauptkoordinator

25.5. 2012

MLPD - Information über eine begeisternde Woche im Zeichen der Stärkung der Vereinigung des internationalen Industrieproletariats

Wir möchten von einer begeisternden proletarisch-internationalistischen Woche in Deutschland berichten. Eckpfeiler dafür waren: Eine Veranstaltungsreihe und der Besuch einer Delegation der seit über 200 Tagen streikenden griechischen Stahlarbeiter aus Aspropyrgos (vom 14. - 20. Mai) und der erfolgreiche 7. Internationale Automobilarbeiterratschlag (IAAR) in München (17. - 20. Mai), der den Aufbruch zu einer verbindlicheren Koordinierung und Vorbereitung der 1. Internationalen Automobilarbeiterkonferenz beschloss. Dieser Ratschlag ging über in die praktische Verwirklichung der Vereinigung des internationalen Industrieproletariats mit der Teilnahme von sechs Delegationen an einem gemeinsamen Aktionstag anlässlich der außerordentlichen Betriebsversammlung der Opel (GM) – Belegschaft am 21. Mai in Bochum im Kampf um jeden Arbeitsplatz und gegen die drohende Werkschließung.

Auf Initiative von Solidarität International, der bundesweiten Montagsdemonstrationsbewegung und der MLPD, getragen von Gewerkschaftern und weiteren Organisationen fanden in 5 Städten in Deutschland Solidaritätsveranstaltungen mit dem Streik der griechischen Stahlarbeiter statt. Eindrucksvoll wurde von dem ungebrochenen, jetzt über 200 Tage langen Streik berichtet und über 10.000 Euro Spenden gesammelt. Es ist der gegenwärtig wichtigste Arbeiterkampf in Europa und hat für die internationale Arbeitereinheit herausragende Bedeutung. Sie kämpfen unter der Losung 'Schluss mit der Erpressung' um ihre Arbeitsplätze und gegen Lohnverzicht. Der Streik ist politisch und richtet sich gegen die griechische Regierung und die „Troika“ aus EU, EZB (Europäische Zentralbank) und IWF und deren Abwälzung der Krisenlasten auf die Arbeiter und breiten Massen. Er unterstreicht die führende Rolle des internationalen Industrieproletariats im revolutionären Befreiungskampf. Die revolutionären Grüße von Jeroen Toussaint, Niederlande und Europa-Hauptkoordinator der ICOR vom 15.5. an die Veranstaltungsteilnehmer unterstrichen die Bedeutung der ICOR: „Ich möchte euch ausdrücken, dass wir, die Europa-Koordinierung der ICOR voll auf der Seite der kämpfenden Stahlarbeiter von Aspropyrgos stehen! ... Zur Zeit befinden wir uns mit einer Delegation in Griechenland und haben mit den kämpfenden Stahlarbeitern gesprochen. Wir sind beeindruckt von ihrer Ausdauer und von der breiten Solidarität, die sie erfahren und vom Ausmaß des Unmuts und des Widerstands der einfachen Leute in Griechenland. … Die Zusammenarbeit und der gemeinsame länderübergreifende Kampf der ICOR-Organisationen und auch aller fortschrittlichen Menschen wird erfolgreich ihre Ziele und eine lebenswerte gesellschaftliche Perspektive durchsetzen.“

Mit stehenden Ovationen wurde die griechische Delegation auf dem IAAR empfangen. Für alle tief bewegend war das Zusammentreffen mit der Delegation aus Südkorea, die 2009 bei Ssangyong einen äußerst harten Kampf gegen Entlassungen und politische Unterdrückung führten, bis das Werk mit militärischer Gewalt erobert wurde. Eine Grußadresse des IAAR wurde am nächsten Tag in Südkorea bei einer Gedenkveranstaltung an die bis jetzt 22 Toten durch die Zerschlagung des Streikes und den Militäreinsatz verlesen. Insgesamt 600 Teilnehmer am 7. IAAR, darunter Teilnehmer aus 19 Ländern von 4 Kontinenten, waren beeindruckend. Unter den internationalen Teilnehmern war auch eine Reihe von Automobilarbeiterdelegationen, die von ICOR-Mitgliedsorganisationen in der Verwirklichung des Beschlusses der ICOR-Gründungskonferenz zur Unterstützung von internationalen Projekten zur Koordination der Arbeiterbewegung, wie den Internationalen Automobilarbeiterratschlag 2012, mobilisiert worden sind. Der einstimmige Beschluss, zu einer Automobilkonferenz überzugehen, ist eine wichtige Weichenstellung zu einer höheren Qualität der organisierten Zusammenarbeit der internationalen Automobilarbeiter. In der Abschlussresolution heißt es:

"Wir schließen damit einen Pakt der gegenseitigen Unterstützung. Wir lehnen Spaltung und gegenseitiges Ausspielen von Belegschaften einzelner Standorte, Klassenzusammenarbeitspolitik, Co-Management oder auch den Konkurrenzkampf der verschiedenen Automarken auf dem Rücken der Belegschaften sowie Sozialchauvinismus entschieden ab. Wir setzen uns für die Verweigerung von Streikbrecherarbeiten ein, für die kämpferische Solidarität, die Stärkung der gemeinsamen gewerkschaftlichen Organisiertheit und organisieren einen regelmäßigen Informations- und Erfahrungsaustausch sowie die länderübergreifende Koordinierung und Kooperation der Kämpfe. Wir stehen für die enge Zusammenarbeit mit den Arbeitern aller Branchen, mit der Jugend-, Umwelt-, Frauen-, allen Volksbewegungen und der revolutionären Bewegung der Welt. Stärken wir die internationale Solidarität und den Übergang zu gemeinsamen Kämpfen um gemeinsame Forderungen! … Schaffen wir bis 2014/2015 alle wesentlichen Voraussetzungen für die erste internationale Automobilarbeiterkonferenz!

Bauen wir gemeinsam an ihren vier Säulen:

  1. einer beschlussfassenden Delegiertenversammlung mit bis zu 5 Länderdelegierten

  2. Foren der internationalen Konzernzusammenarbeit

  3. themenbezogene Arbeitsgruppen und Workshops

  4. ein breites Massen- und Kulturprogramm.

Der Übergang zur Automobilarbeiterkoordination heißt Verlässlichkeit auf der Grundlage der einvernehmlichen demokratischen Beschlüsse der internationalen Automobilarbeiterkonferenz bzw. der Entscheidung der einzelnen Organisationen und Kräfte, sich aktiv an einer Aufgabe zu beteiligen.“

Hochaktuell und eine besondere Herausforderung ist die drohende Werkschließung bei GM-Opel in Bochum. Am Forum von GM/Opel und PSA nahmen Arbeiter aus folgenden Standorten teil: Bochum, Rüsselsheim, Eisenach, Gliwice, Saragossa, Sankt Petersburg, Halol (Indien), Detroit, Brasilien, Venezuela, Aulney und Mulhouse in Frankreich und Madrid (Spanien). Sie haben einstimmig beschlossen: „Wir erklären an die Adresse von GM: wenn ihr dachtet, eure in den letzten Wochen verkündeten Attacken würden unsere Spaltung verstärken, müssen wir euch enttäuschen. Im Gegenteil, wir haben uns enger denn je zusammengeschweißt. Der aktuelle Kampf gegen die geplanten Werksschließungen von Opel Bochum und PSA Aulney und Madrid ist unser aller Kampf!“

Bereits auf der a.o. Betriebsversammlung bei Opel Bochum wurde am Montag darauf (21. Mai) dieser Geist unter Beweis gestellt. Sechs Delegationen aus Brasilien, Russland, der Ukraine, Venezuela, den Philippinen und Südafrika nahmen an den Kundgebungen vor dem Tor teil, sie wurden aber nicht eingelassen. Das zeigt nur die Angst des GM-Managements vor der internationalen Arbeitereinheit. In der kämpferischen Belegschaftsversammlung wurden ihre solidarischen Grüße jedoch eingebracht und die Berichte vom IAAR waren zugleich eine Ermutigung für die Kollegen.

Im Verlauf der Betriebsversammlung sickerte die Nachricht durch, dass Opel die Entscheidung auf Ende Juni - kurz vor den Werksferien - hinausschieben will. Dazu meinte ein Vertreter von den Philippinen: "Wie überall auf der Welt haben die Monopole die Taktik entwickelt, Zeit zu gewinnen um den Kampf der Arbeiter zu verhindern. Aber das gibt den Arbeitern die Möglichkeit den Kampf ihrerseits so vorzubereiten, dass sie gut aufgestellt sind. Dazu haben die Opelaner unsere Solidarität."

In diesem Geist kann der Kampf der Opelaner gegen die Werkschließung im Kampf um jeden Arbeitsplatz entwickelt werden.

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