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Zuspitzung im griechischen Stahlarbeiterstreik: Höchste Wachsamkeit ist geboten!

12.05.2012

Ab Sonntag, dem 13. Mai 2012 wird eine Delegation der streikenden griechischen Stahlarbeiter aus Aspropirgos bei Athen Deutschland besuchen. Eingeladen wurde sie von der Organisation "Solidarität international", ebenso wie von der bundesweiten Montagsdemonstrationsbewegung und zahlreichen weiteren Einladerinnen und Einladern aus Gewerkschaften und Organisationen. Einer der Initiatoren der Reise, Jordanis Georgiou, wandte sich aktuell mit Informationen an die Öffentlichkeit in Deutschland.

"Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Soeben erhalte ich alarmierenden Informationen aus Griechenland. Den seit 195 Tagen Streikenden im Stahlwerk ASPROPIRGOS wurden vertrauliche Informationen zugeleitet, dass eine Stürmung des besetzten Stahlwerks mit Streikbrechern und gegebenenfalls mit Polizei, eventuell flankiert durch ein Gerichtsurteil, geplant wird.

Das muss unser aller höchste Wachsamkeit und Solidarität auf den Plan rufen. Die Situation in Griechenland ist außerordentlich gespannt. Die Wahlen am letzten Sonntag zeigten, dass die Masse der Bevölkerung nicht bereit ist, Armut, Elend und Ausbeutung des Landes durch die Troika hinzunehmen. Alle Versuche der Regierungsbildung sind bisher gescheitert. Bei Neuwahlen befürchten die Herrschenden einen noch verstärkten Linksruck.

Die streikenden Stahlarbeiter stehen an der Spitze des erbitterten Widerstandes. Sie genießen landesweit, ja international, größte Solidarität. Immer wieder gab es in den letzten Wochen und Monaten Drohungen, Angriffe und Gerüchte über eine mögliche Zerschlagung des Streiks. Doch die Einschüchterungsversuche waren vergeblich.

Offensichtlich beunruhigt nicht zuletzt die geplante Solidaritätsreise durch Deutschland Geschäftsleitung und die herrschenden Kräfte in Griechenland. Innerhalb kürzester Zeit fanden sich in Deutschland in der letzten Woche zahlreiche Unterstützerinnen und Unterstützer für Veranstaltungen, betriebliche Gespräche und Medienberichterstattung.

Von Panik geleitet, soll jetzt möglicherweise dem Kampf eine empfindliche Niederlage beigebracht werden. Doch das wäre zweifellos Öl ins Feuer der Auseinandersetzungen in Griechenland und politischer Selbstmord der Verantwortlichen. Deshalb ist auch nicht die Möglichkeit auszuschließen, dass die Drohungen und Gerüchte auf eine Verhinderung der Reise abzielen.

Die solidarische Öffentlichkeit in Deutschland ist dringend aufgerufen, höchste Wachsamkeit zu entwickeln. Die Regierung der Bundesrepublik mit Kanzlerin Merkel steht an der Spitze einer Griechenland - "Hilfe", die in brutaler Weise die Krisenlasten auf die Masse der Bevölkerung abwälzt und Gelder lediglich dazu einsetzt, die Verbindlichkeiten gegenüber den Monopolbanken zu bedienen.

Deshalb sind die Arbeiter, die Frauen, die Jugend in Deutschland ganz besonders zur Solidarität aufgerufen. Führen wir eine erfolgreiche Solidaritätsreise durch! Lassen wir die Herrschenden in Griechenland wissen: die Stahlarbeiter, die Massen in Griechenland stehen nicht alleine, ihre Unterdrückung wird in Windeseile in ganz Europa bekannt werden.

Die Stahlarbeiter und ihre Familien in Griechenland sollen wissen:
wir stehen fest hinter euch!

Unsere Solidarität gehört euch!

Wer einen von euch angreift, greift uns alle an!

Hoch die internationale Solidarität!

Wer Wind sät, wird Sturm ernten!"

Jordanis Georgiou

Artikel auf http://www.rf-news.de

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