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Aufruf der ICOR zum Internationalen Kampftag zur Rettung der natürlichen Umwelt am 6. Dezember 2014

12. November 2014

 

675.000 Menschen in 162 Ländern demonstrierten am 21. September für den globalen Klimaschutz. Völlig berechtigt ist die wachsende Sorge unter den Massen vor dem beschleunigten Voranschreiten des Übergangs in die globale Umweltkatastrophe und die Kritik an der mutwilligen und skrupellosen Politik des allein herrschenden internationalen Finanzkapitals und der imperialistischen Regierungen. Weltweit belebt sich auch der Protest gegen genmanipulierte Nahrung und Saatgut, die Produktion von Soja und anderen landwirtschaftlichen Produkten, die nicht zum Vorteil der Völker sind,  gegen Fracking, verschwenderische Massenproduktion in schlechter Qualität,  Vergeudung von Ressourcen, und die Zerstörung von Naturgütern, wie den Wasserquellen.

Mit 36 Milliarden Tonnen Ausstoß des hauptsächlichen Treibhausgases CO² weltweit wurde 2013 ein neuer Rekordwert erreicht, 61 % über dem Ausgangspunkt des Kyoto - Protokolls von 1990. Gegenwärtig verschärft sich auch in Form offener Kriege der Kampf der rivalisierenden imperialistischen Mächte und Blöcke um die Beherrschung des Weltmarkts, der Rohstofflager und strategischen geographischen Positionen. Auch das hat gravierende und z.T. irreversible Folgen der Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen. Mit immer waghalsigeren Technologien wie Gas-Fracking, extraktivem Tagebau, Tiefseebohrungen nach Erdöl und Erdgas, dem geplanten massiven Ausbau von Kohlekraftwerken und Atomenergie sowie der Produktion neuer die Ozonschicht schädigender Gase bringt das internationale Finanzkapital die Menschheit in Lebensgefahr. Beschleunigte Eis- und Gletscherschmelze, Erwärmung und Versauerung der Weltmeere, Artensterben, Vernichtung der Wälder sind die Folge – das alles verlangt umgehendes Handeln. Monsterstürme wie Hayan, gigantische Waldbrände, weltweite massive Überschwemmungen, gleichzeitig Ausbreitung von Wüsten und Dürregebieten zeigen die regionalen Umweltkatastrophen als Vorboten und Beschleuniger der globalen Klimakatastrophe. Weltweit muss ein Sofortprogramm  des gemeinsamen Kampfs von Arbeiter- und Umweltbewegung auf die Tagesordnung gesetzt werden: für erneuerbare Energien und energische Klima- und Umweltschutzmaßnahmen, für umweltverträgliche und gesunde Arbeitsplätze, für eine ausreichende und gesunde Ernährung.

Deutlich tritt die Tatsache zutage, dass entweder der Kapitalismus sterben muss oder die Menschheit. Dabei zeigt sich auch immer eindringlicher, dass die soziale Frage und die Umweltfrage eng verbunden sind. Weltweit erpressen die Monopole ihre Belegschaften mit der verbrecherischen Alternative „Arbeitsplätze oder Umweltschutz“, boykottieren Zukunftstechnologien wie Kreislaufwirtschaft, regenerative Energien und alternative Antriebe. Sie treiben die Ausbeutung der Arbeitskraft und der Gesundheit ins Unerträgliche, verfolgen aus Profitgier eine Produktion, die nur bei ununterbrochenem sinnlosem Wachstum weiter existieren kann, und vergiften Mensch und Natur. Nur durch die internationale revolutionäre Bewegung können soziale und Umweltfrage in Einheit gelöst werden. Erst in einer sozialistischen Gesellschaft wird die vom internationalen Finanzkapital betriebene mutwillige Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen der Menschheit gestoppt und kann die Einheit von Mensch und Natur nachhaltig gefestigt und höher entwickelt werden. Deshalb ist der Kampf zum Schutz der Umwelt und gegen die imperialistische Politik, die eine ökologische Katastrophe hervorruft, ein wichtiger Teil des heutigen Klassenkampfs geworden.

Die ganze Serie von UN-Klimakonferenzen der letzten Jahre hat außer pathetischen Worten und falschen Versprechungen keine konkreten Ergebnisse gebracht. Auf der 20. Weltklimakonferenz in Lima vom 1. - 12. Dezember soll lediglich die Konferenz 2015 in Paris vorbereitet werden, für die dann vage ein neues weltweites Klimaschutzabkommen versprochen wird. Gleichzeitig wird der profitable Handel mit Verschmutzungsrechten fortgesetzt und weiter über einen „grünen Klima-Fonds“ gefeilscht,  bei dem es nicht um die Verhinderung der Umweltkatastrophe geht, sondern um die angeblich mögliche „Anpassung an den Klimawandel“ - eine tödliche Illusion! Das internationale Industrieproletariat hat in dieser Situation eine große Verantwortung, sich an die Spitze der Massenauseinandersetzung und Kämpfe zu stellen. Ohne klare Absage an den imperialistischen Ökologismus, Greenwashing und den modernen Antikommunismus kann der Aufbau der internationalen Kampffront zur Rettung der Umwelt vor der Profitwirtschaft nicht gelingen.

„Die revolutionäre Arbeiterbewegung muss ein Kampfprogramm zum Schutz der natürlichen Umwelt auf nationaler und internationaler Ebene entwickeln. Durch den aktiven Widerstand können zweifellos viele konkrete Fälle der Umweltzerstörung behoben und die Tendenz zur Umweltkatastrophe gehemmt werden. Die Massen wollen nicht in der Barbarei versinken und leisten Widerstand - alle revolutionären und marxistisch-leninistischen Organisationen und Parteien müssen sich bewusst machen, dass erst der Sieg des Sozialismus weltweit die kapitalistische Umweltkatastrophe verhindern kann. In einer solchen Gesellschaft muss auch ein Paradigmenwechsel in der Produktions-, Konsum- und Lebensweise stattfinden und die Einheit von Mensch und Natur zur Leitlinie werden.“ (aus der Resolution zur Umweltfrage der 2. ICOR- Weltkonferenz, April 2014)

Die ICOR ruft dazu auf, am diesjährigen internationalen Umweltkampftag, dem 6. Dezember 2014, kämpferische Manifestationen und breite Aktionseinheiten von Arbeitern, Bauern, der Bevölkerung mit indigenen und afrikanischen Wurzeln, Frauenorganisationen, Jugendlichen, Verteidigern der Umwelt und Umweltschützern  vorzubereiten und durchzuführen. Mobilisierung zur internationalen Großdemonstration am 10. Dezember in Lima. Umfassende Maßnahmen zum Klimaschutz dürfen nicht weiter aufgeschoben werden:

  1. Sofortiger Ausbau umweltschonender Energien! Senkung der Treibhausgasemissionen um 70 bis 90 Prozent bis zum Jahr 2030 ! Radikaler Stopp der Waldrodung insbesondere der tropischen Regenwälder und großflächige Aufforstungsprogramme.
  2. Internationale und sofort umsetzbare Abkommen zum Schutz der Weltmeere!
  3. Sofortige Stilllegung aller Atomanlagen auf Kosten der Betreiber – keine weiteren Atomkraftwerke, weltweit!
  4. Sofortige und bedingungslose Vernichtung aller Atomwaffen!
  5. Rettet die Umwelt vor der Profitwirtschaft der Monopole!
  6. Für eine internationale Front des aktiven Widerstands zum Schutz der natürlichen Umwelt!
  7. Kampf für eine volksdemokratische und sozialistische Gesellschaft, wo die Einheit von Mensch und Natur zur Leitlinie wird!

 

 

 

Unterzeichner (Stand 25.11.2014 , weitere Unterzeichnungen möglich):

 

  1. ORC   Organisation Révolutionnaire du Congo (Revolutionäre Organisation des Kongo), Demokratische Republik Kongo
  2. MMLPL   Moroccan Marxist-Leninist Proletarian Line (Marokkanische Marxisten-Leninisten - Proletarische Linie)
  3. CPSA (ML)   Communist Party of South Africa (Marxist-Leninist) (Kommunistische Partei Südafrikas (Marxisten-Leninisten))
  4. PPSR WATAD   Parti Patriote Socialiste Révolutionnaire WATAD (Patriotische Sozialistische Revolutionäre Partei Tunesiens WATAD), Tunesien
  5. CPB   Communist Party of Bangladesh (Kommunistische Partei von Bangladesch)
  6. CPI (ML)   Communist Party of India (Marxist-Leninist) (Kommunistische Partei Indiens (Marxisten-Leninisten))
  7. PCC CPI (ML)   Provisional Central Committee Communist Party of India (Marxist-Leninist) (Provisorisches Zentralkomitee Kommunistische Partei Indiens (Marxisten-Leninisten))
  8. Ranjbaran   Hezb-e Ranjbaran-e Iran (Proletarische Partei des Iran)
  9. CPN (Unified)   Communist Party of Nepal (Unified) (Kommunistische Partei Nepals (vereinigt))

10. NCP (Mashal)   Nepal Communist Party (Mashal) (Nepal Kommunistische Partei (Mashal))

11. БКП   Българска Комунистическа Партия (Bulgarische Kommunistische Partei)

12. MLPD   Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands

13. KOL   Kommunistische Organisation Luxemburg

14. MIKSZ   Magyar Ifjúság Közösségi Szervezete

15. RM   Rode Morgen (Roter Morgen), Niederlande

16. MLP   Marksistsko-Leninskaja Platforma (Marxistisch-Leninistische Plattform), Russland

17. MLGS   Marxistisch-Leninistische Gruppe Schweiz

18. SMKC   Svaz Mladych Komunistu Cheskoslovenska (Verband der jungen Kommunisten der Tschechoslowakei), Tschechien

19. MLKP   Marksist Leninist Komünist Parti Türkiye / Kuzey Kürdistan (Marxistische Leninistische Kommunistische Partei Türkei / Nord-Kurdistan)

20. KSRD   Koordinazionnyj Sowjet Rabotschewo Dvizhenija; Ukraina (Koordinierungsrat der Arbeiterbewegung der Ukraine)

21. PCC-M   Partido Comunista de Colombia – Maoista (Kommunistische Partei von Kolumbien - Maoistisch)

22. PC (ML)   Partido Comunista (Marxista Leninista) (Kommunistische Partei (Marxistisch-Leninistisch) ), Dominikanische Republik

23. PC/ML   Partido Comunista (Marxista-Leninista) de Panamá (Kommunistische Partei (Marxistisch-Leninistisch) von Panama)

24. PML del Perú   Partido Marxista Leninista del Perú (Marxistisch-Leninistische Partei von Peru)

25. PPP   Partido Proletario del Perú (Proletarische Partei von Peru)

26. KSC-CSSP   Komunisticka Strana Cheskoslovenska – Cheskoslovenska Strana Prace (Kommunistische Partei der Tschechoslowakei-Tschechoslowakische Arbeiterpartei), Tschechien

27. PCP (independiente)   Partido Comunista Paraguayo (independiente) (Kommunistische Partei Paraguays (unabhängig))

 

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