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Schlusswort des Hauptkoordinators an die 2. ICOR Weltkonferenz

1. April 2014

 

Liebe Genossinnen und Genossen,

ich glaube, wir sind uns einig, dass die 2. Weltkonferenz einen großen Schritt nach vorn im Aufbau der ICOR zum Ausdruck gebracht hat.

Wir konnten feststellen, dass sie seit ihrer Gründung um 12,5% gewachsen ist, obwohl einzelne Mitglieder auch ausgeschieden sind.

Es ist gelungen, in allen vier Kontinenten Koordinierungskomitees zu gründen. Sie haben ihre Arbeit begonnen, eine praktische Verbindung zu den Mitgliedsorganisationen herzustellen und die praktischen Aufgaben in Parteiaufbau und Klassenkampf zu koordinieren.

Die ICOR hat sehr erfolgreich um ihre finanzielle Unabhängigkeit gekämpft und in der Selbstfinanzierung große Fortschritte gemacht – diese Konferenz ist zu 55% von den Teilnehmern selbst finanziert.

Der größte Erfolg besteht darin, dass spürbar war, dass wir an einem gemeinsamen Projekt arbeiten. Auf der Gründungskonferenz der ICOR gab es einen relativ großen Einfluss von Delegationen, die nicht Mitglied geworden oder wieder ausgetreten sind, aber viel Skepsis verbreitet haben. Wir haben damals allein drei Stunden für die Befassung der Einleitungsbeschlüsse und Verfahrensregeln gebraucht. Diesmal war ihr Beschluss eine Selbstverständlichkeit. Es gab ein großes Bemühen, gemeinsam und konstruktiv zu arbeiten, zuzuhören, was die anderen an Einwänden, Vorschlägen, Kritiken haben. Es gab das Bemühen, Widersprüche nicht unnötig zuzuspitzen.

Das bringt einen großen Reifeprozess der ICOR zum Ausdruck.

Die 2. Weltkonferenz setzte sich aus 28 Delegationen aus 24 Ländern zusammen.

12 Delegationen kamen aus Europa, 6 Delegationen aus Amerika, 6 Delegationen aus Asien und 4 Delegationen aus Afrika. Unsere afrikanischen Teilnehmer waren damit zu 100% anwesend. 12 Delegationen, also 43 Prozent haben zum ersten Mal an der Weltkonferenz teilgenommen. Trotzdem war es so, als wenn sie schon immer dabei wären. Sie waren beseelt vom Geiste der ICOR und haben das Problem verstanden.

Es war sehr beeindruckend, wie groß die breite Beteiligung der Delegationen war. Fast alle Delegierten haben sich an der Diskussion beteiligt. In den letzten vier Tagen haben wir 370 Redebeiträge gehört. Sicher hat die Begrenzung der Redezeit auf fünf Minuten uns manchmal eingeengt, aber sie hat auch die Vielfalt der Diskussion und demokratische Breite ermöglicht.

Der erste Rechenschaftsbericht des ICC wurde in großer Einmütigkeit und ohne Gegenstimmen verabschiedet und das ICC kam in der Einleitungsrede zu dem Ergebnis, „dass der ICOR-Aufbau erst noch am Anfang steht und wir noch mehr lernen müssen, mit unseren Prinzipien in der Praxis richtig umzugehen.“ Aber die Konferenz zeigte auch den deutlichen Fortschritt, mit den Prinzipien umzugehen. Wir hatten keine Probleme, die Prinzipien zu erweitern oder zu ändern, wenn es nötig und richtig ist, wie bei der Zusammensetzung des ICC. Das zeigt die Weiterentwicklung der ICOR.

Der Rechenschaftsbericht gab für die Mitglieder und insbesondere die Organisationen, die zum ersten Mal an einer Weltkonferenz teilnahmen, einen kritisch-selbstkritischen Überblick über die geleistete Arbeit. Das ist in dieser Form nur hier möglich. Es kann nicht aus Papieren herausgelesen werden, was in der ICOR-Arbeit geleistet wird. Er war eine materielle Grundlage für die von der 2. Weltkonferenz zu treffenden Beschlüsse über den weiteren ICOR-Aufbau. Und er zeigte eine optimistische Perspektive unseres gemeinsamen Hauses ICOR für die Zukunft.

Auf der Konferenz hatten wir drei hauptsächliche Diskussionen:

1. zum Fortschritt der ICOR-Arbeit – dazu gab es verschiedene Vorschläge. Auch wenn die vorgeschlagene Resolution nicht gemeinsam verabschiedet werden konnte, war die Diskussion sehr wertvoll, da alle Delegationen am Fortschritt der ICOR interessiert sind. Wir haben nur unterschiedliche Vorstellungen, wie das passieren soll. Die Diskussion hat unser Verständnis der ICOR vertieft.

2. zum Kampf um Freiheit und Demokratie: Es ist ein neues Phänomen in der Welt, wo die Massen beginnen, sich vom Imperialismus zu lösen. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, dieses System zu besiegen und zu stürzen.

3. zur Umweltfrage. Diese Diskussion war erstens sehr vielfältig. Gleichzeitig haben wir unser Arbeitsfeld damit erweitert. Alle waren wir uns einig, dass wir uns dieser Umweltfrage annehmen müssen, aktiver eingreifen, Fehler der Vergangenheit korrigieren müssen. Wir müssen lernen, uns mit den Menschen auf der Straße zusammenzuschließen und dafür zu sorgen, dass der Einfluss des bürgerlichen Ökologismus zurückgedrängt wird, damit die Massen den Ausweg im gesellschaftsverändernden Kampf für den Sozialismus-Kommunismus erkennen.

Die ICOR hat große Ziele – und das braucht Zeit und Energie, das bedeutet vor allem Kader, sowie eine Strategie und Taktik. Wir haben in den letzten Jahren viele Erkenntnisse gewonnen. Das Kaderpotential ist gewachsen. Der Schwerpunkt lag auf der Stärkung der CCC (Continental Coordinating Committee), damit sie die praktische Arbeit koordinieren.

Wir müssen die objektiven Bedingungen nutzen, um einen Beschleunigung des ICOR-Aufbaus herbeizuführen, wenn wir ihn auch nicht willkürlich beeinflussen können.

Beeindruckend war auch das spürbar gewachsene Vertrauen. Dieser Punkt ist nicht zu unterschätzen. Jeder kennt die Zersplitterung, von der die marxistisch-leninistische und Arbeiterbewegung geprägt ist. Die ICOR erfasst ja bisher nur einen Teil davon.

In den letzten drei Jahren ist bereits eine bestimmte Vertrauensgrundlage entstanden, um konstruktiv miteinander umzugehen. Der gegenseitige Respekt wird deutlich, man hat nicht den Eindruck, dass die großen die kleinen Organisationen nicht respektieren, im Gegenteil: Es wird auf Augenhöhe zusammengearbeitet und auch von der Seele her ist ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl spürbar, das die Konferenz getragen hat.

Soweit zu den Ergebnissen unserer Konferenz.

Es gibt auch gewachsenes Vertrauen zwischen den Organisationen selbst und zwischen ihnen und den gewählten Organen. Das ist der Weg, wie wir weiter miteinander umgehen müssen. Es ist eine Illusion zu erwarten, dass es keine Widersprüche gibt. Wir leben in verschiedenen Situationen, haben deswegen eine unterschiedliche Arbeits- und Lebensweise. Aber es ist wichtig, diese Widersprüche für das Vorwärtsgehen zu nutzen und nicht dafür, sich voneinander abzugrenzen.

Die Konferenz war gut organisiert, dazu haben auch alle Teilnehmer beigetragen.

Der Dank geht besonders an 59 Genossinnen und Genossen im MOS (Multilateraler Organisationsstab) . Sie haben unentwegt dafür gesorgt, dass wir uns verständigen konnten. Wenn wir auch im Herzen und im Geist verbunden sind, ist die sprachliche Kommunikation doch notwendig. Das hat mit einem nichtprofessionellen Übersetzerapparat wirklich klasse funktioniert.

Vielen Dank auch an das Verpflegungsteam, sie haben uns sehr gut betreut.

Das Sicherheitsteam hat gut auf uns aufgepasst.

Vielen Dank auch an das technische Team, an die Protokollanten sowie an das Finanzteam.

Wir können optimistisch in die Zukunft blicken und den Geist der Konferenz nach außen tragen, weitere Organisationen gewinnen, deren Bedenken ausräumen. Wir müssen unsere ganze Kraft in das gemeinsame Projekt stecken und auch weitere Organisationen gewinnen. Es ist wichtig, dass Organisationen in der ICOR sind, die Einfluss auf andere Organisationszusammenhänge haben, damit der Vereinheitlichungsprozess vorwärts gehen kann.

Im Namen des Präsidiums beschließe ich die 2. Weltkonferenz der ICOR und bitte Euch, Euch von Euren Plätzen zu erheben, damit wir gemeinsam die „Internationale“ singen.


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