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An die Stahlarbeiter und ihre Familien in Aspropirgos

vom Zentralkomitee der MLPD, 24. April 2014

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

im Namen des Zentralkomitees der MLPD und aller unserer Mitglieder versichere ich Euch der vollen Solidarität. Wir verurteilen aufs Schärfste das Skandalurteil vom 09. April 2014, mit dem euer vorbildlicher, monatelanger Stahlarbeiterstreik von 2011/12 kriminalisiert wird.

Mit Empörung haben wir am 22. April erfahren, dass unter der Richterin Konstantina Polizogopoulou insgesamt 24 Stahlarbeiter von Euch zu bis zu 23 Monaten Gefängnis verurteilt wurden – weil Ihr mutig und über neun Monate lang gegen Massenentlassungen bei der Halivourgiki gekämpft habt und international zu einem wichtigen Vorbild des Kampfs der Arbeiterklasse in der Weltwirtschafts- und Finanzkrise geworden seid. Zudem empört es uns, dass die Verurteilten automatisch aus dem

Betrieb entlassen werden sollen, ohne jedes Recht auf Arbeitslosenunterstützung oder Krankenversicherung.

Wir haben sofort auf unserer Internetplattform rf-news und unserer Wochenzeitung Rote Fahne informiert und organisieren hier in Deutschland die internationale Solidarität mit Euch, Euren Familien und Euren Unterstützern in Griechenland, besonders am kommenden 1. Mai, dem

internationalen Kampftag der Arbeiterklasse.

Die Begründung des Urteils, gegen „ungesetzliche Gewalt“ die Ordnung wiederherzustellen, kann nicht anders verstanden werden, als sie gemeint ist: als Klassenjustiz, die die überkommene Ausbeuterordnung aufrecht erhalten will.

Dieses Urteil erfolgt zur Durchsetzung des Diktates der Troika und EU sowie im Interesse der griechischen Regierung und internationalen Monopole. Ist es Zufall, dass der Besuch von Kanzlerin Merkel in zeitlicher Nähe liegt?

Euer Kampf ist weit über die Grenzen Griechenlands hinaus zum Symbol des Kampfs gegen die international koordinierten Krisenprogramme geworden und er lebt in den Herzen der Arbeiterklasse und der Volksmassen weiter.

Für die Koordinierung und Revolutionierung der Kämpfe der Arbeiterklasse und der breiten Massen weltweit wurde im Oktober 2010 die ICOR gegründet. Erst vor einigen Wochen hat sie ihre zweite Weltkonferenz durchgeführt. Die MLPD ist stolz, darin engagiertes Mitglied zu sein, und wird die ICOR-Mitgliedsorganisationen umgehend informieren.

 

Sofortige Aufhebung und Rücknahme der arbeiterfeindlichen Urteile gegen die Stahlarbeiter aus Aspropirgos!

Kampf um jeden Arbeitsplatz!

Wiedereinstellung der entlassenen Stahlarbeiter!

Rebellion gegen die EU ist gerechtfertigt!

Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!

Proletarier aller Länder und Unterdrückte, vereinigt Euch!

 

Monika Gärtner-Engel, stellvertretende Parteivorsitzende

Peter Weispfenning, Internationalismusverantwortlicher

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