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Freiheit für Abdullah Öcalan - Freiheit für Kurdistan

Sternmarsch von Bern, Luxemburg und Frankfurt nach Straßburg, 1. - 12. Februar 2015 (von KCD-E)


Wir führen anlässlich des 16. Jahrestages des internationalen Komplotts gegen den kurdischen Volksvertreter Abdullah Öcalan im Vorfeld des Jahrestages drei lange Sternmarsch- Demonstrationen beginnend von Bern, Luxemburg und Frankfurt durch, die am 12. Februar in Straßburg zusammenfinden sollen. Ziel dieser Demonstrationen ist es die europäische Öffentlichkeit zur kurdischen Frage zu sensibilisieren und auf die Forderung nach Freiheit für Abdullah Öcalan aufmerksam machen.

Am 13. Februar wird auf einer internationalen Pressekonferenz in Straßburg das Ergebnis der Unterschriftenkampagne "Freiheit für Öcalan und alle politischen Gefangenen" bekannt gegeben und die Unterschriften dem Europäischen Rat übergeben werden.

 

Demonstrationszug von Bern: Frauen laufen für die Freiheit Öcalans

Der Demonstrationszug von Bern nach Straßburg wird von der Frauenfreiheitsbewegung  Kurdistans getragen. Neben dem gemeinsamen Hauptslogan Freiheit für Abdullah Öcalan - Freiheit für Kurdistan läuft dieser Demonstrationszug mit dem Slogan "Frauen laufen für die Freiheit Öcalans". Der kurdische Volksvertreter Abdullah Öcalan wurde vor 16 Jahren am 15. Februar 1999 im Rahmen eines internationalen Komplotts von Kenia in die Türkei entführt. Seitdem befindet er sich in Isolationshaft auf der Imrali-Gefängnisinsel mitten auf dem Marmarameer. Trotz dieser schwierigen Lebensbedingungen führt Öcalan ohne Unterbrechung seine Bemühungen für eine friedliche Lösung der kurdischen Frage fort. Er ist der Architekt der Friedensgespräche mit dem türkischen Staat. Die kurdische Seite hat ihn zum Verhandlungspartner in ihrem Namen anerkannt. Zugleich herrscht auf Aufruf von Öcalan seit zwei Jahren ein Waffenstillstand zwischen der türkischen Armee und den kurdischen Guerillakräften. Trotz seiner unermüdlichen Bemühungen um eine Lösung in der kurdischen Frage und einen nachhaltigen Frieden in der Türkei wird er weiterhin zwischen vier Wänden festgehalten. Er ist eine nationale Symbolfigur und darf nicht weiter unter diesen Bedingungen festgehalten werden.

Abdullah Öcalan ist nicht nur eine politische Führungsperson. Gleichzeitig ist er ein Theoretiker, ein Akademiker und eine gesellschaftliche Leitfigur. Die kurdische Frauenbewegung, die sich auf Basis seiner revolutionären Ideen organisiert, ist heute eine weltweit beispielhafte Frauenbewegung. In einer Region wie dem Mittleren Osten, das unter starken religiösen Fundamentalismus und Repressionen der Herrschenden leidet, haben die kurdischen Frauen in den Bereichen des Sozialen, Politischen und Militärischen große Errungenschaften erzielt. Hierfür sind die Bemühungen von Abdullah Öcalan von großer Bedeutung.

 

Demonstrationszug aus Frankfurt: Solidarität mit Kobane und Sengal

Der Demonstrationszug von Frankfurt nach Straßburg wird neben dem gemeinsamen Slogan aller Demonstrationszüge sich die Solidarität mit Kobanê und Şengal (Sindschar) auf die Fahnen schreiben und Forderung nach der Anerkennung der demokratischen Selbstverwaltung von Rojava als Akteur im Mittleren Osten bekräftigen. Der Widerstand von Kobanê wird seit vier Monaten mit unvergleichlicher Opferbereitschaft geführt. Die brutalen Angriffe des Islamischen Staates (IS) dauern weiterhin an. Trotz aller Versuche wurde immer noch kein humanitärer Korridor nach Kobanê eingerichtet. Stattdessen unterstützt der türkische Staat weiterhin den IS bei ihren Angriffen auf die Stadt

Auf der anderen Seite dauert die Tragödie in Şengal seit der Eroberung der Stadt durch den IS im August des vergangenen Jahres weiter an. Noch immer befinden sich über 3500 êzîdische Frauen in den Händen der IS. Sie sind konfrontiert mit sexuellen Übergriffen, Versklavung und Gewalt. Trotz aller Mühen der Volksverteidigungskräfte HPG und den Widerstandseinheiten Şengals (YBS) wurde Şengal immer noch nicht vollständig befreit. Die Gefechte dort dauern weiter an.  Hunderttausende Menschen sind immer noch nicht in ihre Häuser zurückgekehrt und deshalb weiterhin auf Hilfen angewiesen.

In  Syrien  dauert  der  Bürgerkrieg  im  vierten  Jahr  an.  Die  Kurdinnen  und  Kurden  verwalten  sich gemeinsam mit den anderen im Norden Syriens lebenden ethnischen und religiösen Gruppen in einem Kantonal-System selbst. Kurden, Araber, Suryoye, Armenier, Tschetschenen, Muslime, Christen, Êzîden und Aleviten sind in den demokratischen Strukturen vertreten. Die Region Rojavas ist seit drei Jahren den Angriffen von islamistischen Gruppen wie dem IS oder der Al-Nusra-Front ausgesetzt. Gleichzeitig wurde de-facto von allen Seiten ein Embargo gegen Rojava verhängt. Die Gefahr, die von den islamistischen  Gruppen  und ihrer  menschenverachtenden  Ideologie  ausgeht, ist nicht allein auf  die Region des Mittleren Ostens beschränkt. Die jüngsten Angriffe in Frankreich gegen Charlie Hebdo haben dies erneut bewiesen. Die derzeit wirkungsvollsten Verteidiger der Freiheit gegen den Faschismus des Islamischen Staates und ähnlicher Gruppen sind die Verteidigungseinheiten in Rojava, die YPG und YPJ. Doch weiterhin werden diese von internationalen Kräften nicht unterstützt. Wir fordern deshalb die Anerkennung und Unterstützung der Kantonalverwaltungen.

 

Demonstrationszug aus Luxemburg: Streichung der PKK aus der Terrorliste

Der Demonstrationszug von Luxemburg nach Straßburg stellt neben der gemeinsamen Hauptforderung auch die Forderung nach der Streichung der PKK aus den internationalen Terrorlisten auf. Die kurdische Gesellschaft ist seit Jahrzehnten mit einem kulturellen Genozid konfrontiert. Die grundlegenden Menschenrechte wurden ihnen genommen. Der Weg für legale Politik wurde versperrt. Kurdistan wurde auf vier Staaten aufgeteilt und von der Landkarte getilgt. Außer einem Aufstand wurde den Kurdinnen und Kurden keine Wahl gegeben. Die PKK-Bewegung ist eben diese Aufstandsbewegung der kurdischen Gesellschaft. Dies als Terror einzustufen, ist eine Ungerechtigkeit und stellt eine Unterstützung für die Besatzung, Folter und Unterdrückung in Kurdistan dar. Die USA und EU haben mit der Eintragung der PKK auf die Terrorliste diese Ungerechtigkeit unterstützt und sich zum Mittäter bei der Bekämpfung der kurdischen Bevölkerung gemacht.

Die PKK ist weit mehr als eine nationale Freiheitsbewegung. Sie hat mit ihrem Kampf gegen den IS Widerstand für alle menschlichen Rechte und Werte geleistet. Und sie hat diese Bürde auf sich genommen, als ganze reguläre Armeen gegen den IS lieber die Flucht ergriffen haben als sich selbst und ihre Bevölkerung zu schützen. Allein aus diesem Grund ist es widersprüchlich, dass die USA und die Staaten der EU die PKK immer noch auf der Terrorliste halten. Gegenwärtig führt selbst der türkische Staat Gespräche mit der PKK. Die PKK war allerdings auf Wunsch der Türkei auf die Liste aufgenommen worden. Diese Ungerechtigkeit muss ein Ende finde und aus diesem Grund fordern wir abermals: Die PKK soll von der Terrorliste entfernt werden!

KCD-E (Demokratischer Gesellschaftskongress der KurdInnen in Europa)

 

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