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YPG-Kommandeur Kobanê: Die Rolle des türkischen Staats ist bewiesen

von Firat News Agency, 4. Juli, 2015

 

Der YPG-Kommandeur von Kobanê, Cemil Mazlum, der mit ANF sprach, erklärte dass die von ihnen erbeuteten Dokumente u.a. Pläne des Massakers enthalten und zeigen, dass eine Angreifergruppe aus der Türkei nach Kobanê kam. Der YPG-Kommandeur von Kobanê, Cemil Mazlum, sagte, auch wenn die Untersuchung weiter gehe, zeigten erste Ergebnisse, dass der türkische Staat einen Teil des Angriffs durchführte. Mazlum stellte fest, dass der türkische Staat eine Invasion nach Rojava plant, weil er die Vereinigung Rojavas fürchtet und auch die Verbindung, welche die YPG/YPJ mit der türkischen Bevölkerung herstellt.

Was war das Ziel und die Bedeutung des Massakers an Zivilisten in Kobanê?

Erstens verurteilen wir das brutale Massaker des IS und sprechen den Familien unserer Märtyrer unser Beileid aus. Wir verbeugen uns in Respekt vor den Genossen, die als Märtyrer fielen, während sie tapfer Widerstand gegen das Massaker leisteten.

Das Ziel des Angriffs war gegen die Errungenschaften des kurdischen Volks vorzugehen und das neue Modell zu verhindern, das wir in Kobanê und Rojava aufbauen. Sie führten den Angriff durch, als viele Einwohner Kobanês aus der Türkei in ihre Häuser zurück kehrten; sie wollten die Rückkehr der Leute verhindern. Ein weiterer Aspekt des Angriffs ist die Furcht und Verzweiflung der IS-Banden, die ein Ergebnis ihrer jüngsten Niederlagen ist und es möglich macht, dass sie jede Art von schmutzigem Krieg ausführen.

Was ist die Rolle des türkischen Staats?

Nach unseren Ergebnissen gab der türkische Staat wesentliche Unterstützung. 84 IS-Banditen griffen Kobanê an und die von uns erbeuteten Dokumente zeigen, dass eine Angreifergruppe von der Türkei her eingedrungen ist. Die zwei Bandenmitglieder, die wir nach dem ägyptischen Bandenmitglied gefangen nahmen, gaben uns ebenso Informationen, welche diese Ergebnisse belegen.

Welche Art Dokumente gibt es?

Die Dokumente beinhalten den Angriffsplan und die Information darüber, welche Straßen die Banden vor und nach dem Massaker benutzen wollten. Die Pläne zeigen, dass eine Gruppe aus der Türkei eingedrungen ist und eine andere aus Sirîn kam. Eine verstärkende Gruppe aus Cerablus sollte durch Qarakozak angreifen, also wurde die Linie Cerablus, die der türkische Staat diskutiert, von zwei IS-Gruppen benutzt. Die Untersuchung ist noch im Gange, aber unsere ersten Ergebnisse zeigen, dass die Türkei den Angriff durchführte.

Was kannst du als ein YPG-Kommandeur über die Vorsichtsmaßnahmen sagen, die angesichts solcher Angriffe unternommen werden sollten?

Wenn wir das Ausmaß des Angriffs und die Unterstützung bedenken, die er bekam, können wir den Widerstand unserer Kräfte als heldenhaft beschreiben. Dennoch zeigt das Massaker, dass es bei uns Versäumnisse bei der Vornahme der nötigen Sicherheitsvorkehrungen gab. Wir müssen den Zivilisten unsere Selbstkritik darlegen und wir arbeiten daran die Rolle der Asayiş-Kräfte, der YPG, der Selbstverteidigungskräfte und Kämpfer in den Dörfern zu verbessern. Wir werden uns mit unseren Vorkehrungen verbessern und künftige Angriffe verhindern. Wir bekamen Informationen, dass einige Mitglieder der Ebu İsa-Gruppe der FSA[Freie Syrische Armee] die Angreifer mit Unterstützung und Information versorgt hat. Wir versuchen, die Details dieser Unterstützung aufzudecken und werden die Information, die wir erhalten, der Öffentlichkeit mitteilen.

Wie ist die Kriegslage in Kobanê?

Unsere Operationen an den westlichen und östlichen Fronten Kobanês hatten Erfolg, und wir begannen eine Operation, um die Banden an der südlichen Front zu säubern. Zuletzt begannen wir mit unserer Initiative um Sirîn zu befreien, was eine Vergeltungsoperation ist. Unsere Initiative dauert an und wir werden Sirîn befreien.

Was kannst du über die Pläne des türkischen Staats zur Invasion von Cerablus sagen?

Nach den jüngsten YPG/YPJ-Erfolgen fürchtet der türkische Staat, dass die IS-Banden in Cerablus, Ezaz, Minbic und Bab gesäubert werden. Der türkische Staat ist wütend wegen der Einigung Rojavas und der Errungenschaften des kurdischen Volks. Ein weiterer Grund ihrer Furcht ist das schwesterliche Band, das wir mit dem türkischen Volk über die ganze Länge von Cerablus nach Efrin aufbauen. Der türkische Staat beeilt sich wegen dieser Furcht mit einer Invasion, aber alle wissen, was ihre Invasion bedeutet und wie sie beantwortet würde. Wir werden alles Notwendige unternehmen, um die Völker Syriens vor der IS-Brutalität zu schützen und unser Volk zu befreien.

 

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