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Genosse Franz Strobl ist von uns gegangen!

Bolschewistische Partei (Nordkurdistan/Türkei), 19 Juni 2016

 

Am 10. Juni verstarb der Gründer und langjährige Vorsitzende der Marxistisch-Leninistischen Partei Österreichs/MLPÖ, Genosse Franz Strobl in Hainburg in Österreich.

Der Tod ist jedem beschieden, aber nicht jeder Tod hat die gleiche Bedeutung für die Menschheit.

Es gibt Menschen, leider viel zu viele, die ihr Dasein nur für Eigennutz und Eigeninteressen fristen. Der Tod solcher Menschen ist für die Menschheit ohne Bedeutung. Diese Menschen werden nach ihrem Tod schnell vergessen.

Dann gibt es Menschen, leider viel zu wenige, die ihr ganzes Leben für eine andere, bessere Welt ohne Ausbeutung und ohne Lohnsklaverei kämpfen. Ihr Tod bedeutet für die Menschheit einen großen Verlust. Sie werden nicht vergessen und werden in den Klassen­kämpfen weiterleben.

So ein Mensch war Genosse Franz Strobl.

Er lernte schon in jungen Jahren, als Sohn einer Arbeiterfamilie, dass der Reichtum, den die Arbeiterinnen und Arbeiter produzieren, zugleich ihre Armut schafft. Dass dies nicht gottgegeben, Schicksal oder etwas Ähnliches ist, sondern ganz profan das Ergebnis der kapitalistischen Produktionsweise ist. Dass die Befreiung der Arbeiterklasse von der Ausbeutung notwendig und möglich ist. Dass dazu eine kommunistische Organisierung notwendig ist.

Er suchte diese Organisation und fand schnell in der KPÖ seine organisatorische Heimat. Er studierte die marxistisch-leninistische Wissenschaft und kämpfte gegen die Naziokkupation Österreichs in den Reihen der illegalen KPÖ.

Als die Nazi-Faschisten-Herrschaft zerschlagen wurde, wurde er für eine wichtige Kadertätigkeit im Schulungs- und Verlagsbereich der KPÖ eingesetzt. Die Richtschnur seiner Tätigkeit waren in seinem ganzen Leben die Ideale des Kommunismus und die Lehre des Marxismus-Leninismus. Als er nach dem 20. Parteitag der KPdSU die revisionistische Entartung erkannt, und als er sah wie die revisionistische Linie sich auch in der KPÖ breit machte, nahm er mit wenigen Genossen zusammen den Kampf gegen diese auf. Als die „Große Polemik über die Generallinie der internationalen kommunistischen Bewegung“ im Weltmaßstab öffentlich wurde, und in der KPÖ ein innerparteilicher Kampf für die marxistisch-leninistischen Linie nicht mehr möglich war, hat er sich gemeinsam mit einigen wenigen verdienten GenossInnen von der KPÖ getrennt. Nach einer kurzen Gruppenphase entstand unter seiner Führung die MLPÖ. Die Rote Fahne, als Zentralorgan der MLPÖ, war 1964 die erste Zeitung in Westeuropa, die sich offen auf die Linie der KP Chinas und auch der Partei der Arbeit Albaniens gegen dem modernen Revisionismus stellte. Das war eine historische Tat, die den in Europa nach und nach auf die politische Bühne tretenden marxistisch-leninistischen Kräften großen Mut machte.

Franz war nicht Führern oder einer „großen“ Partei treu, sondern einzig und allein dem Kommunismus.

Er war, als er die fehlerhafte Entwicklung der KP Chinas sah, einer der ersten, der gegen diese Fehler auftrat und scheute sich auch nicht, den Bruch der guten Beziehungen zur KP Chinas zu wagen. Als er die revisionistische Entwicklung in der PdA Albaniens sah, kritisierte er offen und öffentlich ihre Fehler. Es folgte der Bruch mit der PdAA.

Er war natürlich nicht fehlerlos. Stalin zitierend sagte er immer „Nur Tote machen keine Fehler.“ Sein folgenschwerster Fehler war sicher, aus berechtigter Angst, „die Partei sauber zu halten“, eine sehr engherzige Politik zu betreiben, was die Aufnahme junger Menschen in die Partei betrifft. Das Ergebnis war, die Veralterung und das Hinsiechen der MLPÖ. In den letzten Jahren der „Roten Fahne“ verstärkte sich auch seine falsche, Positionen der Frage EU und nationale Souveränität Österreichs und eine Unterschätzung des österreichischen Imperialismus immer mehr.

Auch in seinen letzten, schwerstkranken Tagen kreisten seine Gedanken um die Herausgabe „einer neuen, letzten Roten Fahne“. Er bedauerte zutiefst, dass es mit ihm zu Ende gehen wird.

Sein Tod hinterlässt eine große Lücke.

Auch wenn es in Zukunft keine Rote Fahne und keine MLPÖ des Genossen Franz Strobl geben wird, sein Kampf für den Kommunismus wird bis zum Sieg geführt.

Wir, die auch von ihm gelernt haben, dass Mensch zu sein, Kommunist zu sein heißt, kämpfen weiter.

Dieser Kampf wird solange geführt, bis die Welt, eine Welt wird, auf deren Fahne steht „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen.“

Der Genosse Franz wird im Kampf für eine neue Welt weiterleben.

Rot Front! Der Kampf geht weiter!

 

Bolschewistische Partei (Nordkurdistan/Türkei)

19 Juni 2016

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