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Koloniale Verbrechen und Bestialität in Städten Kurdistans wie Cizre und Sur

von MLKP, Internationales Bulletin Nr. 161, 29.3.2016

Die faschistische Belagerung des kolonialen türkischen Regimes in den kurdischen Städten Cizre und Sur hält an. Mit Panzern, Artillerie, Kampfflugzeugen und Hubschraubern werden Verbrechen gegen das kurdische Volk und gegen die Widerstandskämpfer verübt. Städte werden zerstört. Frauen, Kinder und Jugendlichen werden in Kellern getötet. Menschen, die beide Arme verloren haben, lassen sie sterben. Vor den Augen der Welt und der Menschheit werden unmenschliche Verbrechen begangen.

Die Telefongespräche des Ko-Vorsitzende der Volksversammlung von Cizre, Mahmet Tunç, vor seiner Ermordung zeigen dieses Verbrechen in unterschiedlichen Dimensionen.

Am 6. Januar 2016 konnte das türkische BBC M. Tunç telefonisch kontaktieren. Er appelliert aus dem Keller eines Gebäudes, wo er zusammen mit 37 Kurden Schutz suchte. „Hier erleben wir eine Tragödie. Wenn auch Sie schweigen, glauben Sie mir, werden auch Sie für den Tod der sich hier befindenden Menschen verantwortlich“.

Er appellierte im Februar 2016 auf der Podiumsdiskussion in Brüssel, mit dem Titel “EU, Türkei, Mittelosten und Kurden” an die europäischen Länder und die Menschheit: “Bitte stoppen Sie diese Bestialität... Sie sind in der Lage, die Blockade über Cizre aufzuheben. Andernfalls sehen wir euch als Mittäter an, falls es hier zu einem Massaker kommt”.

Ein paar Stunden vor seinem Tod, seiner Verbrennung, sagte M. Tunç telefonisch dem kurdischen TV, Nuçe, folgendes:

... Hier werden 30-40 Menschen lichterloh verbrannt. In diesem Moment ist der Rauch in den Raum eingedrungen und auch das Feuer drängt durch die Löcher in den Raum...Hier gibt es Kinder, Schwerverletze, Menschen, deren Füße vom Körper abgetrennt sind. Sie werden lichterloh verbrannt. Ich zweifle nicht im Geringsten, dass dies in die Geschichte als ein Schande der Türkei, der gesamten Menschheit, der UN eingehen wird...“.

Seine Reden im Bezug auf den großen Widerstand, der gegen die kolonialistische Bestialität geführt wurde, und seine Botschaft an das kurdische Volk und Genossen sind wie folgt:

Das Volk von Cizre hat aus seinem Körper vor Panzer, Artillerie, Raketen Barrikade gemacht. Niemand darf zweifeln. Ich begrüße meine Freunde, die den Kampf weiterführen. Das Volk von Cizre hat sich trotz der Kälte, des Hungers, des Dursts nicht gebeugt. Deswegen sollen die Menschen stolz auf uns sein. Es besteht die Gefahr, langsam hingerichtet zu werden. Denn die Spezialeinheiten kamen auch gestern und bedrohten uns, dass sie uns verbrennen lassen oder ersticken, wenn wir uns nicht ergeben... In Cizre wird eine Bestialität verübt. In Cizre wird ein Massaker verübt. Aber wir werden uns nicht beugen“.

Gleich nach diesen Telefongesprächen wurden ca. 200 Kurden, die gegen die faschistische Blockade und Bombardierung in den Kellern der Gebäude Schutz gesucht haben, zerstückelt und verbrannt. So dass die Identität von 130 Menschen der insgesamt 167 Menschen nicht festgestellt werden konnte.

Die Geschichte dieses schmutzigen Krieges, der kein Recht, keine Moral, keine Menschlichkeit kennt, ist die Fortsetzung der Politik der türkischen Republik und zuvor der Politik des osmanischen Reiches. Es ist die Fortsetzung des Genozids an, der Zerstörung und der Assimilation der Armenier und anderer unterdrückter Völker. Das kolonialistische türkische Regime, dessen Syrien-Politik bankrott erlitten hat, und das sich für die in Rojava durchgeführte Revolution rächen will, greift das Volk in Nordkurdistan an. Natürlich sind die EU, die USA, andere imperialistische Länder und regionale reaktionäre Staaten Mittäter dieser Bestialität und dieser Unmenschlichkeit.

Die Erfahrungen zeigen uns uns, durch die Mitgliedsverhandlungen mit der EU, die Ablenkungsmanöver durch den „Lösungsprozess“ in der kurdischer Frage, ist es nicht möglich, die Türkei zu demokratisieren und zu erreichen, dass die kurdische Nation ihre Freiheit bekommt. Die Forderungen unserer Völker nach politischer Freiheit und Demokratie werden durch die anti-imperialistische demokratische Volksrevolution verwirklicht.

In Kurdistan leistet das Volk Widerstand. Die Rojava Revolution und der revolutionäre Widerstand in Nordkurdistan warten auf die praktische internationale Solidarität der Völker der Welt und der Region. Die Revolution Kurdistans ist gleichzeitig das Revolutionsfeuer der Widerstand leistender Völker der Welt und des Mittleren Osten. Dieses Feuer muss ausgeweitet werden!

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