Die ICOR hat einen großen revolutionären Kämpfer, Führer, Mitstreiter und Freund verloren

Sanjay Singhvi (3. von links) auf der Demonstration anlässlich der Gründung der CPI (ML) Massline
Liebe Genossinnen und Genossen der CPI(ML) Massline, liebe Jane, liebe Angehörige und Freunde von Sanjay,
Mit großem Schmerz haben wir heute erfahren, dass Genosse Sanjay Singhvi am 23. April 2025 um 22.00 verstorben ist.
Im Namen des gesamten ICC der ICOR spreche ich seiner Frau Jane, seiner Familie, den Genossen seiner Partei CPI(ML) Massline und seinen Gewerkschaftskollegen mein aufrichtiges und tiefes Beileid aus.
Der Tod von Sanjay ist ein großer Verlust für alle Revolutionäre in Indien, für die internationale kommunistische Bewegung, für die internationale Arbeiterbewegung und antifaschistische Bewegung.
Seit ihrer Gründung 2010 gehörte Genosse Sanjay dem ICC der ICOR als stellvertretender Hauptkoordinator an, aus dem er 2022 nach der Trennung von der CPI ML Red Star ausschied. 2024 wurde er, nun als Mitglied der CPI (ML) Massline, wieder in das ICC als Kontinentalkoordinator Asien gewählt. Er hat eine bedeutende positive Rolle bei der 5. Weltkonferenz der ICOR und beim Seminar »Lenins Lehren sind lebendig« im Sommer 2025 gespielt. Sanjay genoss das tiefe Vertrauen der ICOR Mitgliedsorganisationen, er war ein Mann der ersten Stunde und schon seit 2008 in der Vorbereitung der ICOR Gründung eine treibende Kraft.
2021 hat Sanjay mit großem Geschick, Geduld und Vertrauen in die Volksmassen führend am Aufbau der United Front gearbeitet und sich durch den Gegenwind gegen ihre antifaschistische und antiimperialistische Orientierung nicht beirren lassen.
2022, als wir Sanjay für eine kurze Zeit aus dem ICC verabschieden mussten, sagte ich in einem Gruß an ihn:
„Du warst viele, viele Jahre eine tragende und aktive Kraft im Aufbau der ICOR , in ihrer praktischen Arbeit, Positionierung und Wirkung in der internationalen revolutionären Bewegung.
Aus einer kommunistischen Familie kommend war dein ganzes Leben geprägt vom Kampf für unsere sozialistische Zukunft. Schon in deiner Studienzeit in den 70'er Jahren warst du unter den Studenten aktiv. Du hast viele Auseinandersetzungen und Spaltungen in der indischen Marxistisch – Leninistischen Bewegung erlebt, aber nie die Überzeugung verloren dass die Arbeiterklasse mit ihren Bündnispartnern letztlich siegen wird. Konsequent hast du dich später als Anwalt auch auf die Unterstützung von Gewerkschaften konzentriert. Du bist in der TUCI tief verankert und in den letzten Jahren hast du mit Erfolg daran gearbeitet, die verschiedenen Richtungsgewerkschaften zu einer Einheitsgewerkschaft zusammen zu schließen. In der Überzeugung, dass auch daraus die Stärke der Arbeiterklasse erwächst .
Wir haben, zuerst mit Stefan Engel, später mit mir und mit den Genossen des ICC viel gemeinsam erlebt, haben vier ICOR-Weltkonferenzen vorbereitet, zahlreiche ICC-Treffen, Hunderte Briefe geschrieben. Wir haben auch viele, viele Auseinandersetzungen geführt, die auch ab und zu ganz schön explosiv waren. Doch letztlich siegte immer Einheit und Freundschaft. Von Hyderabad über Bangalore, nach Süleymania , über Südafrika, Frankreich, Deutschland und dem Nahen Osten haben wir zusammen für die ICOR gearbeitet. Das waren tiefe und lebendige Erfahrungen und du hast uns viel beigebracht über die indische Geschichte und Kultur und die reichen Erfahrungen seiner Völker. Besonders der Anthropologie galt dein Wissensdurst. Du bist ein Sprachtalent und wissenschaftlich sehr interessiert und belesen.
Das heutige Gewoge in allen Teilen der Welt, die komplizierten zwischenimperialistischen Widersprüche haben auch die internationale revolutionäre und marxistisch-leninistische Bewegung in intensive Auseinandersetzung gebracht. Eine Neuformierung und Neuorientierung ist notwendig und findet, nicht gradlinig, aber mit großer Intensität statt.“
Genosse Sanjay musste aus der Führung seiner früheren Partei viele haltlose Verleumdungen erleben, was ein schwerer Schlag für ihn war. Doch er hat nicht aufgegeben und aktiv am Aufbau der neuen und lebendigen Partei CPI (ML) Massline mitgearbeitet, die nunmehr aktives und bereicherndes Mitglied in der ICOR geworden ist.
Durch den Tod des Genossen Sanjay ist die revolutionäre Weltbewegung ärmer geworden! Aber er wird unvergessen bleiben. Wir hätten noch vieles gemeinsam vorgehabt. Wenn wir jetzt mit aller Kraft daran arbeiten, die Kontinentalkoordinierungen der ICOR zu stärken und ihre praktische Zusammenarbeit zu stabilisieren, wenn wir, den Beschlüssen der 5. Weltkonferenz folgend die Erfahrungen über die Arbeit unter der Arbeiterklasse, vor allem in den großen Industriebetrieben und den Gewerkschaften austauschen, wenn wir den Aufbau der ersten Regionalkoordinierung Naher und Mittlerer Osten voranbringen , geschieht das auch in Sanjays Sinn und in der Arbeit für seine großen Ziele einer freien, demokratischen sozialistischen Weltgemeinschaft.
Red Salute to Comrade Sanjay Singhvi