Internationaler Frauentag 2026: Ein weltweiter Tag des Widerstands und der Solidarität

ICOR Women, 

Der Internationale Frauentag 2026 trat weltweit als kraftvoller Ausdruck der globalen Bewegung der Frauen, der Arbeiterinnen und Arbeiter hervor. Der Genozid am palästinensischen Volk, die brutale Zerstörung der Errungenschaften von Rojava, Massentötungen und -vertreibungen wie im Sudan oder Kongo, die kaltblütige Ermordung u. a. von schwangeren Flüchtlingsfrauen wie vor Chios/Griechenland, oder der US-amerikanische Überfall auf Venezuela sowie verschärfte Aggressionen gegen Kuba und ihr Angrıffskrieg gegen den Iran zeigen das brutale frauen- und menschenfeindliche Gesicht des Imperialismus. Der diesjährige 8. März zeigte, dass die Menschheit nicht der imperialistischen Barbarei untergehen will! Eine antiimperialistische, antifaschistische Bewegung auf der Welt wächst, und die Arbeiterklasse beginnt, ihre führende Rolle darin einzunehmen.

Arbeiterinnen und Arbeiter, Frauen und LGBTI+ gehen entschlossen gegen sexualisierte Gewalt, soziale Ungerechtigkeit, Ausbeutung, imperialistische Kriege und die Gefahr eines dritten Weltkrieges auf die Straßen. In vielen Ländern wurde an den sozialistischen Ursprung des Internationalen Frauentages erinnert und für revolutionäre Perspektiven eingetreten. Der folgende Bericht soll einen Überblick über die Aktionen rund um den Internationalen Frauentag geben und zeigen: Am 8. März sind Frauen, Arbeiterinnen und Arbeiter weltweit in ihrem Kampf auf der Straße vereint. Der Bericht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, soll jedoch politische Tendenzen sowie internationale Gemeinsamkeiten von Frauen, LGBTI+ und männlichen Mitstreitern aufzeigen.

Türkei

In vielen Städten in der Türkei, wie Ankara, Istanbul, Izmir, Amed, Dersim, Van, Urfa, Ağrı und Kars, versammelten sich Tausende von Frauen und LGBTI+. In Istanbul im Stadtteil Kadıköy fanden Proteste statt, organisiert von der 8. März-Frauenplattform. Briefe inhaftierter sozialistischer Frauen, die am 3. Februar unter dem Verhaftungsterror des faschistischen türkischen Staates inhaftiert wurden, wurden verlesen. Unter den Gefangenen waren Tanya Kara vom Sozialistischen Frauenrat (SKM), Hivda Selen von den Freien Jungen Frauen (ÖGK) und Beycan Taşkıran von der Gewerkschaft Limter-İş.

In ihren Briefen betonten die Gefangenen, dass sie trotz der Haft mit Herz und Bewusstsein auf den Straßen präsent seien. Sie verurteilten Hasskampagnen gegen LGBTI+, die mörderische Gewalt gegen Frauen durch männliche Aggression, die Ausbeutung weiblicher Arbeitskraft und unbezahlte Reproduktionsarbeit sowie imperialistische Kriege. Auch die Organisation Yeni Kadın Dünyası beteiligte sich an der Demonstration in Kadıköy, wo sie unter dem Motto „Frauenbefreiung erfordert Revolution! Alles andere ist Illusion!“ auftraten.

Slogans wie „Nieder mit dem patriarchalisch-kapitalistischen System!“, „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!“, „Sozialismus oder Barbarei!“ und „Jin, Jiyan, Azadi!“ hallten durch die Straßen, während Reden Gerechtigkeit für Frauen wie die Studentin Rojin Kabaiş forderten, deren Leiche 18 Tage nach ihrem Verschwinden in Van gefunden wurde. Auch streikende Lehrerinnen, kurdische Friedensmütter und Vertreterinnen der LGBTI+-Community brachten ihre Forderungen nach Anerkennung ihrer Existenz, Sicherheit und Solidarität zum Ausdruck.

Quelle: Nachrichtenplattform ETHA

Quelle: Nachrichtenplattform ETHA

Kurdistan

In Kurdistan, insbesondere in Amed, Dersim, Van, Urfa, Ağrı und Kars, feierten Frauen den 8. März als Tag des Widerstands und der Freiheit. In Dersim versammelten sie sich auf der Sanat-Straße, zogen zum Seyit-Rıza-Platz und demonstrierten gegen Armut, Ungleichheit, Gewalt und Krieg. Trotz polizeilicher Versuche, LGBTQ+-Symbole zu entfernen, betonte die Politikerin Ayten Kordu die Rechte aller Marginalisierten.

In Amed organisierten die Özgür Kadın Hareketi und die Dicle Amed Frauenplattform eine Demonstration unter dem Motto „Wir werden durch Widerstand frei, wir bauen eine demokratische Gesellschaft“. Frauen trugen farbenfrohe traditionelle Kleider und tanzten Halay. Auch dort wurden Nachrichten von inhaftierten Frauen vorgelesen.

Argentinien

In Argentinien gingen am 8. und 9. März Tausende auf die Straße, um gegen prekäre Arbeitsbedingungen, Entlassungen und sklavenähnliche Reformen zu protestieren, die insbesondere Frauen und LGBTI+ betreffen. Unter dem Motto „Vereinen wir unsere Kämpfe, um die sklavenähnlichen Arbeitsreformen von Milei, dem IWF und ihren Komplizen zu besiegen“ organisierten unter anderem die Revolutionäre Kommunistische Partei Argentiniens (PCR) sowie Gewerkschaften wie CGT, CTA A, CTA T und UTEP Demonstrationen und Kundgebungen.

In Pacheco führten am 6. März Arbeiterinnen und Arbeiter der Mondelez-Fabrik einen einstündigen Schichtstreik durch, um die Bedeutung des 8. März als Tag der werktätigen Frauen zu unterstreichen und auf die Tradition des Frauenstreiks aufmerksam zu machen.

Quelle: pcr.org

Quelle: pcr.org

Chile

In Santiago de Chile versammelten sich schätzungsweise 500.000 Menschen zum jährlichen Frauenmarsch, organisiert unter anderem vom Basisnetzwerk für Abtreibungsrechte „Con las Amigas y En La Casa“, um gegen die Blockade von Frauenrechten durch Präsident José Antonio Kast zu protestieren.

Mexiko

Zehntausende Frauen marschierten am Sonntag durch Mexiko-Stadt und das ganze Land, um den Internationalen Frauentag zu begehen. Dies ist inzwischen die größte politische Protestkundgebung in einem Land, in dem laut Menschenrechtsaktivisten geschlechtsspezifische Gewalt oft ignoriert oder ungestraft bleibt.

Eine der Hauptstraßen von Mexiko-Stadt verwandelte sich in ein Meer aus Lila und Grün – Farben, die für Gerechtigkeit sowie reproduktive Rechte und körperliche Selbstbestimmung stehen –, als Tausende von Frauen marschierten und ein Ende der geschlechtsspezifischen Unterdrückung und Gewalt forderten. Besonders der Kampf gegen Femizide ist seit Jahren ein zentrales Thema der Frauen in Mexiko, wo statistisch täglich zehn Frauen getötet werden.

Europa

Auch in Europa waren die Demonstrationen umfangreich und vielfältig.

Frankreich

In Frankreich beteiligten sich insgesamt rund 200.000 Menschen, allein in Paris waren 130.000 auf den Straßen. Die Gewerkschaften CGT und zahlreiche Migrantinnenorganisationen, darunter kurdische und alevitische Gruppen, mobilisierten gegen Gewalt, Diskriminierung, Lohngleichheit und die extreme Rechte. In Städten wie Bordeaux, Lille, Marseille, Lyon und Straßburg gingen Zehntausende auf die Straße, um Sichtbarkeit für Frauenarbeit, Solidarität mit Frauen weltweit und den Kampf gegen Faschismus zu zeigen.

Niederlande

Aus den Niederlanden berichtete die ICOR-Organisation Rode Morgen über eine lebendige Demonstration in Amsterdam mit rund 20.000 Teilnehmern. Der kämpferische Block des 8.-März-Komitees trug eine ICOR-Fahne und brachte unter anderem Losungen wie „Eine andere Zukunft, ein besseres Leben, weg mit dem Krieg, Frauen vorne!“ und „Imperialisten, Hände weg von Iran und dem Mittleren Osten!“ auf die Straßen von Amsterdam.

Quelle: Bericht Rode Morgen

Deutschland

In Deutschland gingen in Städten wie Berlin, Köln, München, Hamburg und Stuttgart Zehntausende Menschen auf die Straße. Die Demonstrationen waren laut, kämpferisch und internationalistisch ausgerichtet. Besonders auffällig war, dass junge Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Demos prägten. Zentrale Themen waren Gewalt gegen Frauen, Femizide, die Rolle patriarchaler Strukturen und der Kampf für soziale Gerechtigkeit.

Gewerkschaften wie der DGB organisierten eigene Blöcke und forderten bessere Arbeitsbedingungen in Gesundheits-, Sozial- und Erziehungsberufen sowie den Schutz des 8-Stunden-Arbeitstages. Besonders hervorzuheben war jedoch der antiimperialistische Ausdruck der Protestaktionen. So wiesen die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) und ihr Jugendverband REBELL in ihren Beiträgen auf die Gefahr eines Weltkriegs und die akute faschistische Bedrohung hin und präsentierten eine lebendige Vision einer sozialistischen Gesellschaft.

Quelle: Rote Fahne News

Die Organisationen Föderation Klassenkämpferischer Organisationen (FKO), die sozialistische Jugendorganisation Young Struggle und Zora wählten als Aktionsort den Wedding in Berlin, an dem eine Waffenfabrik gebaut wird, die im Juli die Produktion aufnehmen soll. Das Motto lautete „Gegen den Krieg – für die Frauenrevolution“. Rund 500 Personen, überwiegend junge Frauen, nahmen teil.

Im Mittelpunkt der Aktionen standen Aufrüstung und Kriege im Nahen Osten. In Reden wurde betont, dass Kriege den Frauen und den Völkern nicht nützen, und es wurde klar gegen Aufrüstung und Wehrpflicht Stellung bezogen. Transparente für Rojava wurden gezeigt, YPJ-Flaggen wehten, Fotos unsterblicher Frauenkämpferinnen wurden hochgehalten, und der Slogan „Jin, Jiyan, Azadi“ hallte immer wieder durch die Straßen Berlins.

Die Solidarität mit Frauen in Rojava, Palästina und dem Iran war überall sichtbar. Zudem wurde auf vielen Demonstrationen mit Schildern oder in Redebeiträgen die Freilassung der durch die HTS verschleppten deutschen Journalistin Eva Michelmann gefordert.

Quelle: Nachrichtenplattform ETHA

Griechenland

In Athen protestierten Arbeiterinnen gegen Fabrikunfälle, schlechte Arbeitsbedingungen und Frauenarmut. Palästinensische Frauen führten traditionelle Tänze auf, begleitet von Redebeiträgen von Gewerkschaften und Arbeiterinitiativen. Die Aktionen wurden von lokalen feministischen Gruppen und Gewerkschaften unterstützt.

Nepal

In Nepal betonten Rednerinnen in Kupondol, Lalitpur, dass der 8. März als historischer Erfolg des revolutionären Kampfes verteidigt werden müsse. Vertreterinnen der Revolutionären Kommunistischen Partei Nepals und der Scientific Socialist Communist Party forderten die Verbindung von Frauenbefreiung und Klassenkampf sowie die Zusammenarbeit von Frauen und Männern für eine transformierte Gesellschaft.

Philippinen

Die Demonstrationen in Manila, der Hauptstadt der Philippinen, richteten sich klar gegen die aktuellen Eingriffe der USA in Westasien. So versammelten sich mehr als 100 Aktivist:innen vor der Botschaft der USA und verbrannten Bilder des Präsidenten Donald Trump, des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu und des philippinischen Präsidenten Ferdinand Marcos.

Im Rahmen der Proteste zum Internationalen Frauentag versammelten sich am Sonntag Demonstrantinnen der militanten Frauenorganisation Gabriela in Manila. Bei ihrem Marsch durch Liwasang Bonifacio zerstörten sie eine Statue, um auf ihre Forderungen aufmerksam zu machen. Die Gruppe rief zur Abschaffung der Mehrwertsteuer und zur strafrechtlichen Verfolgung korrupten Regierungsbeamten auf. Sie betonte, dass steigende Preise, stagnierende Löhne und Landlosigkeit insbesondere philippinische Frauen hart treffen.

Zudem verurteilten sie die anhaltenden Stellvertreterkriege im Nahen Osten und das, was sie als US-Aggression bezeichneten, und betonten, dass diese Konflikte weiterhin arbeitende Frauen und Familien weltweit betreffen.

(Quelle: Fotos von Edd Gumban/The Philippine STAR)

Afghanistan

In Afghanistan erinnerten die Kommunistische Partei (Maoist) Afghanistans und das Spontaneous Movement of Afghan Women (SMAW) an die enorme Unterdrückung jeglicher Frauenrechte und Freiheiten unter der politisch-islamischen Taliban-Herrschaft.

In der Erklärung der Kommunistischen Partei Afghanistans heißt es: „Die afghanische Frau – die Hälfte des Himmels, ein Sturm gegen die Tyrannei! Der 8. März ist kein Tag für Blumen und dekorative Botschaften; er ist ein Tag, um die Wurzeln der Unterdrückung aufzudecken und historische Standhaftigkeit zu erklären. In Afghanistan, unter dem Stiefel der Reaktion, wurde die Frau nicht nur ihrer Rechte beraubt, sie wurde bewusst in Ketten gelegt.“

Die SMAW, die heimlich Proteste, Untergrundschulen und sichere Häuser für Frauen organisiert, um Bildung, Organisation und Widerstand gegen die Taliban zu sichern, erklärte ihre tiefe Solidarität mit allen Frauen, die unter den Katastrophen des Krieges leiden. Sie betonen den gemeinsamen Schmerz mit den Frauen im Iran, den Frauen in der Ukraine, den Frauen im Gazastreifen und allen unterdrückten und kämpfenden Frauen weltweit.

Palästina

Auch aus Palästina erreichte uns eine Erklärung der Vereinigung der Frauenkomitees Palästinas von der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) zum Internationalen Frauentag der arbeitenden Frauen am 8. März.

In der Erklärung wurde darauf hingewiesen, dass bei den Angriffen des Besatzungsstaates 28.000 Frauen ums Leben gekommen und 58 Frauen in den Gefängnissen des zionistischen Besatzungsstaates inhaftiert sind. Anlässlich des 8. März erneuern sie ihr Engagement, dass palästinensische Frauen weiterhin den nationalen und sozialen Entwicklungsprozess anführen und mit Werten wie Widerstand, Entschlossenheit, Würde und Freiheit alle inspirieren werden.

Sie betonen, dass palästinensische Frauen das Herz des Widerstands der Gesellschaft sind – das Maß für den Fortschritt und die Aufrichtigkeit des Engagements für Menschenrechte. Zudem wurde besonders auf die schlimme Situation der weiblichen und männlichen Gefangenen im zionistischen Staat Israel hingewiesen und ihre sofortige Freilassung gefordert, ebenso wie eine Erinnerung an die Märtyrer des Befreiungskampfes.

Sri Lanka

In Sri Lanka organisierten die Frontline Socialist Party und ihre Frauenorganisation Free Women eine kämpferische Demonstration in Colombo, die die Auswirkungen imperialistischer Kriege, die Doppelbelastung der Frauen in Arbeit und Hausarbeit sowie sexuelle Gewalt thematisierte. Tanztheater und Reden stellten die Gewalt gegen Frauen plastisch dar und erinnerten an die Rolle historischer Vorreiterinnen wie Clara Zetkin und Alexandra Kollontai.

Quelle: Free Women Sri Lanka

Südkorea

In Südkorea beteiligten sich beim Frauenstreik zahlreiche Gewerkschaften, darunter die Metallarbeitergewerkschaft Gumi Branch KEC Branch, die Gewerkschaft der öffentlichen Verkehrsmittel Seoul Branch 1366 Seoul Center Branch, die Demokratische Gewerkschaft Tollgate Branch und die Nationale Gewerkschaft der Lernunterstützungsindustrie. Frauen, LGBTI+-Organisationen und unorganisierte Arbeiterinnen und Arbeiter legten ihre Arbeit nieder, um gemeinsam auf die Straße zu gehen und für echte Geschlechtergleichheit zu kämpfen.

Ob in Europa, Asien, Lateinamerika oder im Nahen Osten – die Demonstrationen zeigten eine entschlossene, international vernetzte Bewegung. Besonders der diesjährige 8. März stand global im Lichte des Antiimperialismus: Frauen, LGBTI+ und männliche Mitstreiter stellten sich gegen die imperialistisch-zionistischen Angriffe auf den Iran, die zionistische Aggression in Gaza und die drohende Gefahr eines Dritten Weltkrieges.

Zudem zeigte die Beteiligung von Arbeiterinnen und Arbeitern sowie von Gewerkschaften, begleitet durch Streiks und Arbeitsniederlegungen, die klassenkämpferische Dimension des Internationalen Frauentages. Die klare Botschaft war unmissverständlich: Der Kampf für die Befreiung der Frau ist unteilbar, revolutionär und international.